Eine Studie ist zu einem ermutigenden Schluss für alle gekommen, die auf ein langes Leben hoffen.
Laut einer neuen Studie wird der aktuelle Rekord für die längste Lebenserwartung in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich gebrochen werden. Dies liegt daran, dass die maximale menschliche Lebenserwartung, sofern sie überhaupt existiert, noch nicht erreicht ist.
In den meisten Ländern steigt die durchschnittliche Lebenserwartung dank besserer Gesundheitsversorgung, Hygiene und Ernährung seit Jahrzehnten. Die maximale menschliche Lebensdauer hat sich jedoch seit 1997 nicht verändert, als die Französin Jeanne Calment (geboren 1875) im Alter von 122 Jahren starb.
Dies hat zu Spekulationen darüber geführt, ob es eine Obergrenze für die menschliche Lebensspanne gibt. Die durchschnittliche Lebenserwartung mag sich dieser Obergrenze weiter annähern, aber egal wie große Fortschritte wir als Gesellschaft machen, Menschen werden dieses Alter einfach nicht überschreiten.
Biologie gegen Statistik
Bisher hat sich ein Großteil der Forschung zur maximalen menschlichen Lebensspanne auf die Biologie konzentriert. Eine im März 2023 in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlichte Studie näherte sich dem Thema aus statistischer Sicht und kam zu einem ermutigenden Schluss für jeden, der auf ein langes Leben hofft.
“Unsere Ergebnisse bestätigen frühere Arbeiten, die nahelegen, dass wir uns – falls es eine Obergrenze für die menschliche Lebensspanne gibt – dieser noch nicht nähern”, schreiben die Autoren David McCarthy von der University of Georgia bzw. Po-Lin Wang von der University of South Florida.
Für ihre Studie analysierten die Autoren Sterblichkeitsdaten aus den USA und 18 anderen Industrienationen für Menschen, die im selben Jahr geboren wurden. Sie fanden heraus, dass das durchschnittliche Sterbealter im Laufe der Geschichte zwar stetig gestiegen ist, es aber auch Zeiten gibt, in denen das Höchstalter stark ansteigt – ein Phänomen, das als “Sterblichkeitsverschiebung” bekannt ist.”
Dies wurde zum Beispiel bei Frauen beobachtet, die zwischen 1855 und 1875 geboren wurden, und es gibt Anzeichen dafür, dass dies auch bei Gruppen geschieht, die zwischen 1900 und 1950 geboren wurden. Bisher hat noch keiner dieser Menschen den Rekord für die maximale menschliche Lebenserwartung gebrochen, weil die meisten von ihnen noch zu jung sind.
Der Analyse der Forscher zufolge scheint insbesondere eine Gruppe bei diesem Phänomen eine Vorreiterrolle einzunehmen. Das Modell legt nahe, dass die älteste japanische Frau, geboren im Jahr 1940, eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent hat, über 130 Jahre alt zu werden.
Langlebigkeit braucht Unterstützung
Dies hängt auch davon ab, ob das Modell eine genaue Beschreibung davon ist, wie sich die Moral im Alter verändern wird, und ob es ein stabiles wirtschaftliches, politisches und ökologisches Umfeld gibt, das extreme Langlebigkeit weiterhin unterstützt.
Die Vorstellung, dass es keine maximale Lebenserwartung des Menschen gibt, ist spannend – einerseits bedeutet dies, dass Unsterblichkeit theoretisch nicht ausgeschlossen ist –, andererseits bedeutet es aber auch, dass eine Situation, mit der wir bereits jetzt zu kämpfen haben, nämlich die Alterung der Weltbevölkerung, in Zukunft noch größere Auswirkungen haben könnte.
Umso wichtiger ist es daher, schon jetzt darüber nachzudenken, wie diese wachsende Gruppe von Senioren in ihren letzten Lebensjahren versorgt werden kann. Ein Teil der Lösung könnte in tragbarer Technologie, hochentwickelten Haushaltsrobotern und der autonomen Lieferung von Lebensmitteln liegen.
Referenzen
- McCarthy, D. & Wang, P. (2023). Mortality postponement and compression at older ages in human cohorts. PLOS ONE, 18(3), e0281752. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0281752
- Lu, J. K., Sijm, M., Janssens, G. E., Goh, J. & Maier, A. B. (2023). Remote monitoring technologies for measuring cardiovascular functions in community-dwelling adults: a systematic review. GeroScience. https://doi.org/10.1007/s11357-023-00815-4